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Homo Performance
Wenn Gesellschaften Menschen nicht mehr als eigenständige Persönlichkeiten mit Bedürfnissen, Wünschen und Befürchtungen anerkennen, sondern sie auf Mittel zur Erfüllung abstrakter wirtschaftlicher Ziele reduzieren, verschiebt sich das Menschenbild schrittweise. Wenn Menschen vor allem nach ihrem ökonomischen Nutzen bewertet und andere, die „weniger nützlich“ sind, systematisch abgewertet werden, entsteht eine einfache Logik: Wer nicht funktioniert, gehört nicht dazu. Wer fu
Katja Paar


Arbeit und Demokratie
Einen großen Teil unserer Lebenszeit verbringen wir mit Erwerbsarbeit. Wenn wir dort keine Demokratie-Erfahrungen machen, wenn unsere Stimme nicht gehört wird, wenn wir diese soziale Praxis nicht üben, wenn dieser „Muskel“ verkümmert, dann leidet unsere Demokratiefähigkeit. Hier liegt ein unglaubliches Potenzial gegen die autoritäre Stimmung. Und ich bin wahnsinnig froh, dass sich mit diesem Thema so viele kluge Menschen beschäftigen. Die wunderbare Konferenz „Arbeit und D
Katja Paar


Arbeit neu denken
Ich habe mir einen wunderbar erzählten Vortrag über die Welt der Arbeit von Hans Rusinek angehört. Der Erzählbogen ragte tief in die Geschichte hinein und es wurde wieder einmal klar, wie oft Arbeit immer noch mit der Brille des 19 Jh betrachtet wird. Am meisten beschäftigt hat mich ein Gedanke, der durch eine Darstellung der Soziologin Frigga Haug (s. Bild) untermauert wurde: „Die Krise der Arbeit wird mit ausgelöst, weil wir nur ein Viertel der Arbeit denken, wenn wir vo
Katja Paar


Macht vs. Miteinander
Egal ob Berlin oder Washington: Wenige machtorientierte Akteure setzen ihre Interessen durch, während die halbwegs gemeinschaftsorientierte Mehrheit passiv dabei zusieht. Damit arbeitet sie nicht nur hart an der Demontage der eigenen Ideale sondern stabilisiert auch unfreiwillig die Machtstrukturen der Egoisten. Der Soziologe Heinrich Popitz schildert dazu in „Prozesse der Machtbildung“ (1968) ein eingängiges Beispiel: Auf dem Sonnendeck eines Schiffs stehen weniger Liegest
Katja Paar


Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Für das was sich seit einiger Zeit immer stärker vor unseren Augen abspielt, gibt es eine Bezeichnung: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Der Begriff wurde von Erziehungswissenschaftler Wilhelm Heitmeyer geprägt und beschreibt die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen alleine deshalb, weil ihnen die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe zugeschrieben wird. Alle Ausländer sind … Alle Homosexuellen sind … Alle Bürgergeldempfänger sind … Vor allem, wenn echte
Katja Paar


Marktförmiger Extremismus
Es wird ja in letzter Zeit viel über die sogenannten "Leistungsträger" geredet. Lustigerweise sind damit meist nicht unbedingt die Menschen gemeint, die durch ihre Leistung Gesellschaft tragen, sondern schlicht die, die viel Geld machen oder haben, egal, ob sie dabei viel leisten. Ich wollte hier mal auf die Gedanken dahinter eingehen. Warum Menschen, die nicht dem klassischen Bild des „Leistungsträgers“ entsprechen, immer häufiger abgewertet werden. Und warum die Abwertende
Katja Paar


Das Overton-Fenster – Gestern noch radikal, heute schon normal?
Wie schnell sich ein Diskurs verschieben kann, merken wir in letzter Zeit häufiger. Wie die Mechanismen dahinter in der Regel funktionieren, steht in der Grafik. Die Polarisierenden setzen dabei bewusst auf Tabubrüche, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und extreme Aussagen im Diskurs zu platzieren. Undenkbare Aussagen werden dabei häufig als “missverstanden” dargestellt. Durch die mediale Aufmerksamkeit werden die undenkbaren Positionen im Anschluss ständig wiederholt. Sie ersche
Katja Paar


Eine ko-kreative Mindmap
1934 führte der amerikanische Soziologe Theodore Fred Abel … … mit dem Einverständnis von Reichspropagandaminister Göbbels ein Preisausschreiben unter Mitgliedern der NSDAP durch. Er hatte zuvor vergeblich versucht, mit den Parteianhängern in Kontakt zu kommen und versprach sich von der Prämierung „der besten persönlichen Lebensgeschichte“ gehaltvolle Einblicke in die Gründe für den Aufstieg der Faschisten. Das Preisgeld von insgesamt 400 Reichsmark zahlte er aus eigener Ta
Katja Paar


Wir haben keine Probleme, nur Herausforderungen!
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich das schon gehört habe. Der Satz ist oft ironisch gemeint und wird mit einem verschmitzten Lächeln geäußert. Warum die Umbenennung des 𝘗𝘳𝘰𝘣𝘭𝘦𝘮𝘴 in 𝘏𝘦𝘳𝘢𝘶𝘴𝘧𝘰𝘳𝘥𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨 gar nicht so schlau ist, kannst du in der Slideshow sehen. Lieber nur durchblättern, wenn du grundsätzlich der Ansicht bist, dass Sprache unser Mindset und damit unser Handeln beeinflussen kann. #collaboration #zusammenarbeit #workshops Dieser Beitrag
Katja Paar
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