Konsent-Entscheidungen
- 13. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Dauert das nicht zu lange, wenn alle mitentscheiden? Kommen Einwände wirklich auf den Tisch oder werden sie wieder erst später an der Kaffeemaschine diskutiert? Und sind am Ende nicht diejenigen enttäuscht, deren Vorschlag nicht gewinnt?
Vor allem die erste Frage hält viele vom gemeinsamen Entscheiden ab.
➜ MEHRHEITSENTSCHEIDUNGEN (z. B. Dot-Voting oder Handzeichen) sind schnell, lassen aber klare „Gewinner“ und „Verlierer“ zurück. Die Folge: Wer verloren hat, ist bei der anschließenden Umsetzung ggf. nicht gerade super-motiviert.
➜ KONSENS-ENTSCHEIDUNGEN brauchen oft sehr viel Zeit – nur um bei einer Lösung zu landen, mit der beide Seiten nicht richtig glücklich (bzw. ähnlich unglücklich) sind.
➜ KONSENT-ENTSCHEIDUNGEN verfolgen das Prinzip:
„Good enough for now, safe enough to try.“
Schnell entscheiden, aber ohne dass schwerwiegende Einwände übergangen werden.
Im Kern lautet die Frage:
Bringt uns dieser Schritt unserem gemeinsamen Ziel näher?
Zustimmung erfolgt, wenn kein schwerwiegender Einwand vorhanden ist.
Die Prinzipien:
Alle werden gehört
Einwände müssen begründet sein
Die Entscheidung steht, sobald es keine schwerwiegenden Einwände mehr gibt
Bedenken blockieren die Entscheidung nicht
So geht's:
Der Vorschlag wird vorgestellt: Ziele, Restriktionen, Risiken, Kontext (gute Vorbereitung hilft!)
Runde 1: Verständnisfragen – ohne Diskussion, ohne Reaktionen. Ziel: Alle sind entscheidungsfähig.
Runde 2 & 3: Meinungsäußerungen und Einwände (notieren)
Vorschlag überarbeiten, Einwände integrieren
Runde 4: Konsent-Abfrage (auf Wunsch per Handzeichen)
Falls Einwände bestehen: anhören, Vorschlag für alle sichtbar anpassen
Prüffrage: Hilft uns das jetzt weiter? Gibt es noch schwerwiegende Einwände?
Beschluss
Bei Konsent-Entscheidungen können alle miteinbezogen werden und man kommt trotzdem schnell ins Handeln. Am Besten finde ich, dass sie den Beteiligungs-Muskel trainieren und gegenseitiges Vertrauen fördern.
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Das geniale Venn-Diagramm, das sehr gut die Vergrößerung des Entscheidungsspielraums zeigt, habe ich übrigens geklaut/abgezeichnet. Das Original stammt aus dem Buch "Zusammenarbeit" von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler. Der Artikel erschien zuerst auf Linkedin
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