Es ist kompliziert.
- 13. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Und wir machen es uns zu einfach.
Wenn wir von anderen fordern, genauer hinzuschauen, dann muss das auch für uns selbst gelten. Aber je mehr wir uns mit einem Thema beschäftigen, desto offensichtlicher und vielschichtiger werden Details und Hintergründe und desto schwieriger wird es auch, zu entscheiden, wo oder ob überhaupt wir uns positionieren können.
Im Zweifelsfall greifen wir dann zu Wahrscheinlichkeiten, die unserem Glaubensgerüst (von dem viele denken, es sei ein Wissensgerüst) entsprechen.
Hier mal ein Beispiel:
Auf einer Spendengala für Kinder spenden Merz, Söder und Lindner Beträge, die aufgrund der bekannten Vermögen dieser Multimillionäre lächerlich wirken.
Aber auch: „Ein Herz für Kinder“ ist ein Verein der 1978 von Axel Springer und BILD gegründet wurde und der in der Vergangenheit schon mehrfach Schwierigkeiten mit Transparenz hatte. 2010 verschwanden mal 4,8 Mio €.
Oder viel prinzipieller: Spendengalas! Täusche ich mich, oder hat das massenhafte Spendensammeln in letzter Zeit zugenommen? Wollen wir uns wie die USA von einer privaten Finanzierung von Wohltätigkeit abhängig machen? Die Entscheidung, welches Projekt Geld bekommt, in die Hände von wenigen Wohlhabenden legen?
Was ich sagen will:
Weil es Alle tun, wirkt es so, als müsse man den „jump to conclusions“ möglichst schnell erledigen. Warum eigentlich? Sind die mit den eindeutigen Antworten wirklich immer die Tollsten?
Ob auf Arbeit, in der Familie oder in der Öffentlichkeit – Wir können uns wenigstens immer wieder bewusst machen, welche Anteile unseres Bildes im Glauben und welche im Wissen verankert sind.
Und wir sollten wirklich mehr daran arbeiten, die Bälle in der Luft halten zu können.
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